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(EB 11/2008) Es ist gut 2,50 m hoch, besteht aus schwarzem Granit, in der Mitte prangt ein großer Sowjetstern mit Hammer und Sichel und kaum ein Porzer kann die kyrillische Inschrift lesen. Das sowjetische Ehrenmal auf den Urbacher Friedhof wurde bereits 2005 vom Ortsverband Köln des Vereins für Denkmalpflege zum Denkmal des Jahres gekürt. Aber nur selten ziert die Stätte ein Blumenstrauß oder ein Grablicht. Weiß niemand um die Bedeutung dieses Steins? In den Jahren des zweiten Weltkriegs waren die meisten Männer im wehrfähigen Alter an den Fronten. Gleichzeitig erforderte die Kriegswirtschaft erhöhten Einsatz von Geld, Material und vor allem Menschen in den Betrieben und Produktionsstätten. Nicht die geniale Logistik der Nazis sicherte die enorme Kriegsproduktivität, sondern ein subtiles Sklavensystem, dass bereits 1940 auch Porz erreichte. Jene, welche man im Nazi-Jargon als Ostarbeiter bezeichnete, waren aber keineswegs nur Kriegsgefangene. In Russland, der Ukraine, in Polen und Tschechien wurden hunderttausende zivile Männer, Frauen und Kinder zusammengetrieben und als Arbeitssklaven nach Deutschland verbracht. Auch in Porz wurden sie in Industriebetrieben, auf Bauernhöfen, aber auch in Privathaushalten als Arbeitssklaven eingesetzt. Ab 1943 stellten die Ostarbeiter ein Viertel aller Werktätigen in Deutschland. Von den Nazis als minderwertig eingestuft, gehörte das Sterben
dieser Menschen zur täglichen Erfahrung. Todesursachen waren Unterernährung,
Krankheiten, Seuchen und Fliegerangriffe. Ihre Leichen wurden an verschiedenen Orten in
Porz bestattet. In Urbach ruhen 54 Arbeitssklaven, zumeist Russen. Auf Anordnung der
sowjetischen Militärmission wurde 1946 der Kölner Bildhauer Eduard Schmitz mit der
Gestaltung des Urbacher Ehrenmals beauftragt. Der Preis für das Werk betrug 13.000
Reichsmark und wurde von der sowjetischen Militärmission übernommen. |