
Das historische Forsthaus Grengel.

Forsthaus Grengel nach seinem Umbau

Die letzten Stunden am 9. Januar 2007

Zurück bleibt ein leerer Platz - für Pferde.
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Forsthaus Grengel abgerissen. EB 01/2007
Kaum ein Haus am Grengel ist geschichtsträchtiger als das Forsthaus Grengel. Es
hat schon die Zehntherren der Feudalisten, die Artilleristen der Kaiserarmee und die
Besatzungssoldaten der Weltkriege gesehen. Es war Ziel für Wanderer und Abenteurer, hier
kehrten die Zupfgeigenhansel der Freideutschen Jugendbewegung genau so ein, wie Schieber
und Schwarzhändler in den Nachkriegszeiten.
Inkassostelle der Feudalisten.
Das Haus an der historisch bedeutsamen Wegkreuzung von Mauspfad und Waldstraße
geht auf den Zehnthof am "Urbacher Grengel" zurück. Damals mußten Bauern, wenn
sie ihr Vieh in der Heide weiden wollten, einen Betrag an die Feudalherren zahlen. Aus der
Inkassostelle der Grafen von Berg wurde mit der Zeit ein festes Gebäude, später sogar
eine beliebte Gast- und Vergnügungsstätte.
Treffpunkt der Veteranen.
Mit klingendem Spiel marschierten alljährlich die Mitglieder des
"Kameradschaftlichen Kriegervereins Urbach" zum Forsthaus. Die Veteranen des
siegreichen Frankreichfeldzuges 1870/71 wählten den Grengel als Veranstaltungsort, u. A.
weil man dort auch einmal über die Stränge schlagen konnte, ohne im stockkatholischen
Urbach an Ansehen zu verlieren.
In den 20er Jahren wurde das Haus aufgestockt und umgebaut; es veränderte sein
Erscheinungsbild völlig und stand deshalb nicht unter Denkmalschutz.
Kultkneipe und Pfarrkirche.
Beim "Frankens Malchen", richtig, bei Amalie von Franken, haben sich
auch viele Grengeler Generationen in gemütlicher, feuchtfröhlicher Runde getroffen. Das
Forsthaus Grengel ist aber auch die Wiege der katholischen Pfarrgemeinde. Bevor die Mariä
Himmelfahrtskirche gebaut wurde, diente der Saal des Forsthauses als provisorische Kirche
in welcher der legendäre Kaplan und späterer Weihbischof Walther Jansen die Grengeler
"Heidenkinder" um sich versammelte.
Nachdem die Geschwister von Franken verstorben waren, wechselte das Forsthaus
häufig den Pächter. Zuletzt befand sich im darin das Nostalgiecafe
"Stöberstübchen", danach ein Flipper- und Dart-Club.

Anzeige aus dem Urbacher Volksblatt 1914
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