
Die "bewegliche Wabe" ermöglicht die
ständige Kontrolle der Bienenarbeit.

Honigernte mit der Schleuder und gewissenhafte Reinigung
der Waben.

Der Bienenzucht- Demonstrationsanlage in Leidenhausen
macht die Imkerei für jeden transparent. 
Zahlreiche Medaillen belegen die Qualität des Honigs
vom Grengel

Dieses Etikett bürgt für Qualität und Natürlichkeit.
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Gebhard Zehrer,
erfogreicher Imker
am Grengel.
EB 9/2006
Bienenhaltung hat am Grengel eine lange Tradition. Durch die magerern Sandböden
war hier rentable Landwirtschaft nie möglich. Auch Viehweiden endeten immer am
"Grengel", dem Schlagbaum, der das eingezäunte Jagdtgebiet der Feudalherren
abschottete. Nur flugfähiges Wild konnte den "Grengel" ohne Probleme
überwinden. Bienenweiden gab es in der Heide reichlich.
Am Birkenweg 23 wohnt Imker Gebhard Zehrer, der der traditionreichen Grengeler
Immenwirtschaft noch heute nachgeht.
Ein halbes Dutzend Bienenstöcke stehen auf seiner Garage.
Weitere Stöcke hat Zehrer in Lind und in Boppard. Insgesamt 35 Bienenvölker arbeiten
unter seiner Obhut. Rechnet man pro Volk 30.000 Bienen dann bewirtschaftet er über 1
Million Tiere.
"Das kann ganz schön in Arbeit ausarten", sagt er, "als ich noch
die Tankstelle am Mauspfad geführt habe, wurde die Zeit manchmal knapp." Zehrer hat
1991 seine Völker bekommen, aber er hatte bereits Erfahrung; denn auch sein Vater war
Imker.
Mit den Bienen durch das Jahr.
Wenn im Frühling die Temperatur auf 7-10 Grad steigt, regt sich das
Bienenvolk. Die Tiere lösen sich aus der "Wintertraube", erste Ausflüge
beginnen. Im Stock werden aber schon Vorkehrungen für Arterhalt und Vermehrung getroffen.
Bienen vermehren sich auf zweifache Weise, durch Eier, die ein Larven- und Puppenstadium
durchlaufen, und durch Schwärmen. Beim Schwärmen bildet sich aus einem bestehenden
Bienenvolk ein Neues, ahnlich wie eine Pflanze, die einen Ableger hervorbringt. Der Mai
ist die bevorzugte Schwarmzeit der Bienen und erfordert beim Imker erhöhte
Aufmerksamkeit. "Meine Bienen schwärmen schon mal in Bäume in Nachbars
Garten", sagt Gebhard Zehrer, "ich muß dann mit Leiter und Bienenfangkasten
hinterher. Gelingt es mir, die Königin in den Kasten zu locken, dann kann ich den Schwarm
-und damit ein neues Volk- in meine Stöcke einquartieren."
Bienenfleiß ist Arbeit bis zum Tode.
In den Sommermonaten füllen sich dann die Waben mit Honig. Für ein einziges Gramm
Honig sind bis zu 1000 Besuche einer Biene bei den Blüten notwendig. "Arbeitsbienen
haben eine Lebenserwartung von nur 45 Tagen", sagt Zehrer, "in den ersten 15
Tagen ihres Lebens machen sie Nachwuchspflege im Stock, danach sind sie ununterbrochen auf
Nektarsuche, sie arbeiten sich regelrecht zu Tode." Bis zu 40 kg Honig bringt ein
gutes Volk in die Waben. Eigentlich von den Tieren als Proviant für den Winter gedacht,
kann der Imker den Honig "ernten", wenn der seinerseits für Winterfutter sorgt.
"Aber nicht nur im Honig liegt der Nutzen der Bienen", betont Gebhard Zehrer,
"nicht einmal 20% der Blüten werden vom Wind bestäubt, den großen Rest erledigen
die fleißigen Bienen aus den Stöcken der Imker. Bienenhaltung ist Ökologie und
Nachhaltigkeit, wie sie eindrucksvoller nicht sein könnte.
Die "Drohnenschlacht".
Bereits im August geht das Brutgeschäft zurück. Die männlichen Bienen, die
Drohnen, die zum Honiggewinn nichts beitragen, werden aus dem Stock getrieben. Imker
bezeichnen das als "Drohnenschlacht". Arbeiterinnen trennen die Drohnen von den
Futterplätzen in den Waben und treiben sie aus dem Stock. Das Bienenvolk überwintert als
reiner Frauenstaat, bestehend aus Arbeiterinnen und Königin. Bienen verstehen es im
Inneren des Stocks, auch wenn klirrender Frost herrscht, durch Eigenbewegung eine
Temperatur von +10 Grad zu halten.
Qualität vom Grengel.
"Von den Bienen allein kann ich nicht leben", sagt Gebhard Zehrer,
"aber Bienenhaltung ist die interessanteste Art mit der Natur durchs Jahr zu gehen.
Mir kommt es weniger auf die Menge des Ertrags, als auf die Qualität des Honigs an."
Zehrer kann zahlreiche Medaillen von Landwirtschaftskammern und dem Deutschen Imkerbund
vorweisen. Diese Auszeichnungen sind nicht einfach zu bekommen. Artenreinheit und
Rückstandsfreiheit werden in Labors getestet und nur wirklich hochwertigste Honige
bekommen eine Auszeichnung.
Gebhard Zehrer vermarktet seinen Honig weitgehend selbst. Auf vielen Märkten in
der näheren Umgebung bietet er sein Qualitätsprodukt an und trägt damit ein "gutes
Stück Grengel" über unsere Grenzen hinaus.

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